Gigantisches Gemeinschaftsprojekt

Baustellentermin an den beiden Allersberger (Autobahn) Kreiseln fördert ungeahnte Dimensionen zu Tage
Stand: 01.06.2026

Sperre wird über das Challenge-Wochenende aufgehoben

. Nüchtern betrachtet ist es „nur“ eine Baustelle. Oder vielleicht zwei, wenn man die beiden Seiten der Autobahnauffahrt Allersberg gesondert betrachten will. Bei einem Ortstermin, den Landratsstellvertreter Michael Kreichauf dieser Tage initiiert hatte, wurde jedoch schnell klar: Das, was da in Sachen Kreisel entsteht, hat Seltenheitswert.

Das wurde schon in den einleitenden Worten von Alexander von Dobschütz, dem zuständigen Abteilungsleiter des Staatlichen Bauamts für den Landkreis Roth, deutlich. Er sprach von einem Musterbeispiel für die Zusammenarbeit von Behörden. „Es ist uns gelungen, miteinander ein Paket zu schnüren“, sagte er in Richtung des Marktes Allersberg „als Antreiber“, dem Landkreis und der Autobahndirektion. Das sei ein gutes Signal, war er sich mit Michael Kreichauf einig, schließlich unterscheide der Bürger nicht, „wer da baut“, sondern erwarte ein Ergebnis.

Auch für die Maßnahme selbst fand Alexander von Dobschütz ausschließlich Superlative. Zwei Kreisverkehre in Betonarbeit (dem zu erwartenden Schwerlastverkehr geschuldet), teils zweispurig. „Ich wüsste im großen Umkreis nicht, wo es so etwas gibt“. Von Dobschütz‘s Fazit: „Das hat Strahl- und Leuchtkraft weit über den Landkreis hinaus.“ Zumal im wahrsten Sinne des Wortes noch ein optischer Hingucker in Aussicht steht, zu dem er aber noch nicht mehr verraten wollte als „dass er zu Allersberg passt“.

Bürgermeister Daniel Horndasch verlor sich ebensowenig gar nicht erst im Mittelmaß. „Diese Baustelle ist der beste Beweis dafür, dass in diesem Land doch noch etwas weitergeht. Ein echtes Vorzeigeobjekt.“ Das zudem für eine Maßnahme dieser Dimension „schnell, sehr schnell“ umgesetzt würde. Indirekt für ihn ein Indiz, wie wichtig der Knoten für die Marktgemeinde, aber auch die gesamte Region ist. Folglich „ein voller Erfolg, dass wir diese Investitionen in Anbetracht der angespannten Finanzlage auf allen Ebenen in den Landkreis holen konnten“.

Dem pflichtete Michael Kreichauf gerne bei und nutzte diese Steilvorlage zugleich, um die vielen leistungsstarken Partner in den Fokus zu rücken, ohne die eine Umsetzung weder in dem anvisierten Zeitrahmen noch in der Qualität umsetzbar sei. Der Thalmässinger weiß, wovon er spricht, schließlich ist er selbst gelernter Bauingenieur. Kreichauf ordnete die Bedeutung ein: Eine intakte Infrastruktur sei nicht weniger als ein Stück Lebensqualität und die Autobahnzufahrten und die Zufahrt zum Regionalbahnhof seien von zentraler Bedeutung für Bürgerinnen und Bürger.

Für den Landkreis - und da pflichtete ihm Tiefbauabteilungsleiter Michael Stark vom Landratsamt bei - sei es wichtig, dass sämtliche Straßenumbaumaßnahmen vor der Inbetriebnahme des neuen Industriegebiets abgeschlossen sein müssen, damit die Infrastruktur um diesen wichtigen Knotenpunkt nicht überlastet werde. Sein Zwischenfazit: „Da sind wir auf einem guten Weg.“

In der Funktion als Stellvertretender Landrat hörte er zudem gerne, dass der Bau im Zeitplan liegt – was vor allem für ein spezielles Juli-Wochenende von Bedeutung ist. Denn zum Challenge wird die Sperrung aufgehoben. „Unser Ziel ist es, beide Kreisverkehre und die Verbindungsstraße zwischen ihnen bis dahin asphaltiert zu haben“, erklärten Projektleiter Christian Weizer und Bauleiter Michael Kreft. Beide sind optimistisch: „Das haut hin.“

Als letzte Maßnahme vor der Asphaltierung werden aktuell noch einige Entwässerungskanäle gesetzt –auf der Trasse des Radwegs nach Schwanstetten, der bestehen bleibt und kleine Verbesserungen erfährt. Wie auch der „alte“ Kreisel, dessen Radius erweitert und von Mindestanforderungen auf eine Komfortzone aufgestockt würde. „Der beste Kreisverkehr nutzt nichts, wenn sich der Lkw in ihm nicht bewegen kann“, brachte es Alexander von Dobschütz auf den Punkt.

Der Abteilungsleiter machte keinen Hehl daraus, dass die Betonarbeiten einen heiklen Punkt in der Maßnahme darstellen werden. „Beton ist nicht verzeihend.“ Das bestätigte Christian Weizer, der zugleich voll guten Mutes war, dass seine Bögl-Kollegen das schultern. Geplant sind Betonplatten in den Kreisverkehren bis hinter die jeweiligen Inseln an den Einfahrten.

Der Landkreis ist bei dem Millionenprojekt mit einem Baukostenanteil von knapp 30 Prozent (rund 830 000 Euro) Juniorpartner. Hinzu kommen Verwaltungskosten und ein Anteil am Deckenbau von weiteren geschätzten 100 000 Euro. Noch nicht berücksichtigt ist ein Nachtrag in Form einer Linksabbiegerspur auf der Staatsstraße Allersberg-Roth Richtung Göggelsbuch, die sich für die Beteiligten im Zuge der Maßnahme als „absolut sinnvoll“ herausstellte.

Alexander von Dobschütz verwies zudem darauf, dass die Sanierung im Bereich des alten Kreisels ohnehin angestanden hätte und sich nur mehr oder weniger zufällig mit den Plänen des Marktes Allersberg für die Ausweisung des Gewerbegebiets (Stichwort Amazon-Ansiedlung) überschnitten habe. Dies habe natürlich „den Leidensdruck etwas erhöht“, sei aber mit Blick heute wohl zielführend gewesen.

Für Daniel Horndasch steht der Doppel-Kreisel in einem größeren Zusammenhang. Die Sanierung der Staatsstraße Richtung Reckenstetten sei ein erster Schritt in Richtung „zukunftsfähig für die kommenden 50 Jahre“ getan worden. „Auch ohne das neue Gewerbegebiet wären wir zeitnah an Grenzen gestoßen.“ Zumal der Verkehr grundsätzlich wohl eher zunehmen dürfte.

Zurück zu Seltenheitswerten. Es dürfte wenige Termine geben, auf denen die Stimmung so gut ist wie an diesem Vormittagstermin in Allersberg. Aber es ist ja auch mehr als eine Baustelle…

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