Abkühlung im Kindergarten

Landrat Ben Schwarz und Bürgermeister Josef Dintner ließen sich von den jüngsten Gredingern Kneipp-Anwendungen zeigen
Stand: 23.08.2026


Es dürfte nicht allzu oft vorkommen, dass ein Landrat oder ein Bürgermeister Kindergartenkindern etwas nachmachen. Und noch dazu mit größter Freude. Nun, den Kleinen ist in Greding genau das gelungen: Ben Schwarz und Josef Dintner nehmen ein kühlendes Armbad nach Sebastian Kneipp. Was einen guten Grund hatte – und einen zum Feiern.

Seit gut vier Wochen ist der Johannes Kindergarten Greding offizieller Kneipp-Kindergarten. Die Zertifizierung machte Landkreis- und Stadtchef gleichermaßen neugierig, weswegen sie die Einrichtung noch kurz vor der Sommerpause besuchten. Und Erstaunliches erfuhren, denn die Kleinen wissen ganz genau, was „Kneipp“ bedeutet. Kräuter, Wasser, Ernährung, Achtsamkeit sowie das sperrige Wort „Lebensordnung“.

Begeistert erzählten sie, dass Spitzwegerich bei Mückenstichen hilft, man mit Salbeiblättern Zähne putzen kann oder das mit Melisse versetzte Wasser viel erfrischender ist als pures – was Ben Schwarz und Josef Dintner nach einem entsprechenden „Drink“ bestätigen konnten.

Den Anstoß, sich als Kneipp-Kindergarten auszeichnen zu lassen, habe eine Kollegin gegeben, erzählt Leiterin Kathrin Mader. Die habe zuvor in einer entsprechend zertifizierten Einrichtung gearbeitet und festgestellt, „dass wir hier ja schon fast alles erfüllen“. Das weckte Interesse und Ehrgeiz. „Unser Team war sofort Feuer und Flamme“, ist Mader voll des Lobes – schließlich mussten „ihre“ Leute Zeit investieren, Fortbildungen besuchen und erarbeiten, wie die fünf Säulen in den Alltag integriert werden können. Zwei Jahre hat der Weg zum Zertifikat gedauert, „aber es hat sich gelohnt“, sind sich alle einig, die das Gespann Schwarz-Dintner an diesem Tag empfangen.

„Die Kinder fordern Kneipp regelegrecht ein, genießen es, gefordert zu sein“, berichtete das Team. Und sie kennen sich gut aus. Übersetzt: Werden die Kleinen geschickt, um im Hochbeet Heilpflanze A oder B zu holen und bringen dann die richtige zurück, sind das für alle tolle Momente. An Hitzetagen sorgen Treteimer für Spaß und Abkühlung, besagte Armbäder erfrischen. Für Kathrin Mader ist noch etwas elementar: Gerade in der heutigen, hektischen Zeit sei es wichtig, auf sich selbst, auf die eigene Gesundheit und Entschleunigung zu achten. „Genau das möchten wir vermitteln und Kinder früh dafür sensibilisieren.“ Übersetzt: Präventive Vorsorge für ein gesundes Leben.


Ein Ansatz, der Landrat Schwarz gefällt. Zumal die Jungen und Mädchen die Erfahrungen mit nach Hause bringen und damit einen Domino-Effekt auslösen können. „Wenn Kinder ,selber-kochen statt schnell kaufen‘ einfordern, hat das sicherlich einen anderen Nachhall“, ist er überzeugt. Dem Johannes Kindergarten mit seinen gut 100 Sprösslingen stellte er folglich ein großes Kompliment aus. „Hier wird Bewusstsein geschaffen und auf Körper und Geist geachtet.“

Ein Lob hatte auch Kindergartengeschäftsführer Stefan Greiner dabei, der sich den Termin als Trägervertreter nicht entgehen lassen wollte. „Ich bin stolz auf das, was das Team in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat“, sagte er. Seiner Meinung nach passen die Kneipp´schen Ansätze sehr gut zu den christlichen Werten wie Nächstenliebe, Zusammenhalt, Achtsamkeit oder Schöpfungserhaltung.

Das Thema Kneipp ist in Greding kein unbekanntes, schließlich verfügt die Stadt sogar über ein eigenes Tretbecken. Bedeutet für den Kindergarten was? „Für uns meist zu hohe Wasserspiegel“, ordnet Kathrin Mader ein. Ein Hinweis, den Josef Dintner verstanden hat und – in Gedanken schon Lösungen suchend - mitnimmt. „Vielleicht könnte man den Wasserpegel absenken….“

Die Kleinen verrieten den Besuchern, dass sie im Winter sogar barfuß in den Schnee hüpfen dürfen - und es ganz tolle Kneippsocken gibt, um die Füße wieder warm zu bekommen. Ob die Besucher dann auch so testfreudig gewesen wären? Das Armbad jedenfalls war eine erstklassige Entscheidung, waren sich Ben Schwarz und Josef Dintner einig. „Tut das gut!“

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