Ein Trostpflaster der Extraklasse

Rund 250 Sportler setzen mit ihrer Teilnahme am „Rothsee- statt Landkreislauf“ ein Zeichen und werden Teil eines besonderen Erlebnisses
Stand: 29.06.2026

Sie waren sich einig. Beim Start, unterwegs, im Ziel: Dieser so ganz andere Landkreislauf hatte einen besonderen Spirit.

Rückblende: Am Dienstag hatte sich Landrat Ben Schwarz nach vielen Gesprächen entschlossen, die Traditionsveranstaltung wegen der zu erwartenden Hitzetemperaturen abzusagen. Ein Schritt, für den ihm viele der Sportler, die der Einladung auf eine „gemütliche Runde“ um den Rothsee um 8 Uhr gefolgt waren, Respekt zollten. Schwarz selbst betonte bei der Begrüßung der rund 250 Aktiven noch einmal, dass das Herz ,Ja‘, der Verstand aber ,Nein‘ gesagt“ hätte.

Indirekt gab der frühmorgendliche Lauf der Entscheidung recht. In der Sonne war es nach Meinung selbst einiger erfahrener Sportler zu dieser frühen Zeit „schon hart“. Im Ziel war dem ein oder der anderen dann auch in der Tat nicht anzusehen, ob sie im Rothsee geschwommen oder knapp acht Kilometer gejoggt waren.

Letzteres war neben vielen schönen unerwarteten persönlichen Erlebnissen eine weitere Erkenntnis: Es ging vom Start weg nicht darum, wer als Erster ins Ziel kommt. Was Landrat Ben Schwarz zu einem kurzzeitigen persönlichen Höhenflug verhalf: „Ich hatte ein paar Meter das Gefühl, vorne zu sein.“ Denn ebenso wie der am Rothsee mitlaufendende Thalmässinger Bürgermeister Johannes Mailinger war er für eine Etappe eingeteilt. „Ich denke aber, wir sind beide nicht böse, dass wir nicht unter Echt-Bedingungen ‚ran‘ müssen“, meinte er stellvertretend.

Noch etwas offenbarte der Landkreislauf in der Variante D (D, vielleicht auch E oder F, weil seit Wochenbeginn verschiedene Varianten von Verzicht auf die Punktwertung bis verkürzte Strecken oder Streichen der Nachmittagsetappen diskutiert wurden): Das Gemeinschaftserlebnis steht über Allem.

Beim Blick ins Starterfeld musste Ben Schwarz einige Male – im positiven Sinne – schlucken. Die Eckersmühlener, mit (geographischem) Heimvorteil, schickten rund 50 Läufer auf die Strecke. Selbst Mannschaften, die Anfang der Woche Ihre Teilnahme ihrerseits schon abgesagt hatten, waren am Rothsee mit von der Partie. Andere nahmen vergleichsweise weite Anfahrtstrecken in Kauf, um dabei zu sein. Für den Landrat ein Sinnbild dessen, was Sport im Landkreis unter anderem ausmacht: Solidarität und Teamgeist. Er sei froh um diesen Vormittag, der „bewegend und emotional“ war.

Das vergleichsweise gemütliche Tempo ermöglichte es zudem, miteinander ins Gespräch zu kommen. Was sich am Strandhaus Birkach bei Eis und einem erfrischenden Getränk fortsetzen sollte. Die Gespräche drehten sich natürlich auch um die Themen Verschiebung/Neuterminierung/Neuausrichtung des Landkreislaufes. Gedanken, die sich auch Ben Schwarz und das Veranstaltungsteam machen. „Einen Ersatztermin im September oder Oktober zu finden, erschien uns nicht realistisch“, erteilte der Landrat dieser Idee für 2026 eine Absage. Dafür seien schon zu viele Dinge terminiert, zu viele Menschen gebunden.

Es gelte vielmehr, den Blick auf die Folgejahre zu richten. Man habe alle Team-Verantwortlichen im Herbst bereits eingeladen, um in einen Austausch zu kommen und eine Situation wie in der vergangenen Woche zu verhindern. „Mir ist bewusst, dass das auch für die Mannschaftsführer eine schwierige Situation war.“ Ihnen dankte er wie auch all den anderen, die den Landkreislauf „normalerweise“ und in diesem speziellen Fall ermöglichen und ermöglichten. Er strich zudem heraus, dass die Familie Hofmann vom Strandhaus Birkach sofort dabei war und die Firma Schöller/Froneri zusagte, jedem Läufer ein Eis zu spendieren.

Und es gab noch eine gute Nachricht am Ende dieses „Run together“. Die Sparkasse Mittelfranken Süd wird, so teilte Ben Schwarz mit, die 100 Euro pro Mannschaft, die sie traditionell für die Teilnahme auslobt, auch in diesem Jahr zur Verfügung stellen. „Schließlich geht es um die Unterstützung eines Miteinanders“, durfte der Landrat den Vorstandsvorsitzenden Thorsten Straubinger zitieren. Ein Miteinander, das die Läuferinnen und Läufer an einem besonderen Samstagvormittag mit einem Ausrufezeichen versehen haben.

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