
Zwei Peter-Henlein-Preise für den Landkreis
Auf der IENA wurden Erfindergeist und Innovationen von Fungi Frankonia Wendelstein und Trend interior Greding ausgezeichnet
Stand: 05.11.2026
Der Gewinner ist…. Roth! Zwei der drei Preisträger, die die Peter-Henlein-Gesellschaft auf der Erfindermesse IENA gekürt hat, kommen aus dem Landkreis Roth. Und könnten unterschiedlicher nicht sein.
Entsprechend stolz zeigte sich Landrat Ben Schwarz, stehen die beiden Unternehmen so sinnbildlich für die Vielfalt und Innovation der Region. Fungi Frankonia aus Wendelstein baut in großer Menge Bio-Pilze aus regionaler, nachhaltiger Zucht an. Möglich ist das durch innovative Prozesse von Steuerung bis zur Überwachung. „Das zeigt, dass Innovation auch bei uns möglich ist“, wandte sich Laudator und Landtagsabgeordneter Felix Locke an Gründer und Geschäftsführer Noah Müller. Der berichtete von 15 verschiedenen Sorten und Kunden auf der ganzen Welt – erst in der Vorwoche war der junge Unternehmer in Paris. Und er outete sich als sehr heimatverbunden, aktuell wird der Wendelsteiner Standort umgebaut. „Ich möchte zeigen, dass hier was geht.“ Fungi Frankonia, vor knapp drei Jahren gegründet, gewann den zweiten Preis.
Von der Spore, teils gesammelt, teils gekauft, über Pilzblock bis zur Kultivierung macht das Start-up alles selbst. Zudem wurden die Abläufe so optimiert, dass auch ungelernte Kräfte die Herstellung begleiten können. Das Besondere: Das in Wendelstein entwickelte System ist übertragbar auf eigentlich alle Bereiche, Schwerpunkt aber bildet die Landwirtschaft.
Hinter Fungi Frankonia schaffte mit der Gredinger Firma Trend interior ein zweites Unternehmen aus dem Landkreis den Sprung aufs Treppchen. Nach dem Roland-Berger-Zukunftspreis gab es somit für die Innovationsklassenzimmer in Spalt und Schnaittach eine weitere Ehrung. Dr. Christian Hilz gab Ben Schwarz die „Schuld“. Zum einen habe der nach dem Prototyp in Schnaittach unbedingt eines im Landkreis haben wollen, zum anderen war der Tipp zu dem Wettbewerb aus dessen Team gekommen. Ben Schwarz fand weiteren Grund für sein Engagement. „Das verbindet unsere Landkreise“, betonte er.
Geschäftsführer Hilz nutzte die Auszeichnung für einen Appell in Sachen Bildung. „Wir können nicht immer sagen, die anderen sollen’s machen, wir müssen vor Ort was tun.“ Für die Zukunft Deutschlands sei nichts Wichtiger als die Kinder. Landrat Ben Schwarz stimmte dem mit Nachdruck zu. „Bildung ist die einzige Chance, die wir haben.“
Roland Weiniger, Präsident der Peter-Henlein-Gesellschaft, hatte sechs der zehn Finalisten persönlich begrüßt und von tollen Eingaben und Ideen gesprochen. „Eine spannende Mischung.“ Mit 37 Einsendungen bei der erst zweiten Auflage des Preises zeigte er sich sehr zufrieden. Wie auch mit der Entwicklung der Einrichtung als solcher. „Wir haben in diesem Jahr einen sechsten Landkreis hinzugewonnen“, berichtete er. Und auch das Netzwerk – Hauptziel – werde immer größer und enger.
Die Gesellschaft, die als eingetragener Verein den Zusatz „für fränkischen Erfindergeist“ trägt, sieht sich als Unterstützer, wenn eine Idee oder Erfindung eine Plattform oder Partner braucht. „Wir möchten helfen, dass eine Innovation einen nächsten Schritt gehen kann.“ Vor allem mit dem Preis soll herausgestellt werden, was die Region leisten kann.
Ausgewählt wurden Finalisten und Gewinner von einer anonymen Jury, die weder Namen noch Orte kannte. Bewertet wird nach vorgegebenen Kriterien: Innovation, Machbarkeit, Nutzen und Relevanz für die Region Franken.
Um Gesellschaft und Preis sichtbarer zu machen, war eine Menge Prominenz zum Stand auf der IENA, der weltgrößten Erfindermesse, geeilt. Neben Bundestagsabgeordnetem Ralph Edelhäußer (Roth/Nürnberger Land) und seiner Vorgängerin Marlene Mortler waren des Weiteren Felix Locke’s MdL-Kollege Björn Jungbauer und Ben Schwarz‘ Pendant Armin Kroder aus Lauf gekommen. Nicht nehmen lassen wollte sich auch Messe-„Macher“ Henning Könicke den Besuch bei den kreativen Köpfen.
Unter denen durfte sich Kaspar Schulz aus Bamberg über Platz eins freuen. Seine Firma Schulz Wizard hatte ihren Hut in Form einer Maschine für das Entalkoholisieren und weitere Prozesse von Bier in den Ring geworfen. Die punktete vor allem auch deshalb, weil sie schon in kleinen Brauereien zum Einsatz kommen kann.