
Viel mehr als eine Aktion
Vom 07. bis 27. Juni heißt es im Landkreis wieder: Stadtradeln - Auf die Räder, fertig, los!
Stand: 12.05.2026
Mit dem Start der Aktion STADTRADELN setzt der Landkreis auch in diesem Jahr wieder ein starkes Zeichen für nachhaltige Mobilität, mehr Bewegung im Alltag und gelebte Gemeinschaft. Drei Wochen lang heißt es für alle Bürgerinnen und Bürger: möglichst viele Wege gemeinsam, aktiv und klimafreundlich mit dem Fahrrad zurücklegen – ob zur Arbeit, zum Einkaufen oder in der Freizeit.
Bereits zum dritten Mal findet die Kampagne landkreisweit statt und die Teilnehmerzahlen sprechen für sich: rd. 1.300 im ersten, 1.700 im zweiten und im dritten Jahr?
Landrat Ben Schwarz lädt ein:
„Was meinen Sie: Wollen wir die 2000er-Marke anpeilen?
Ich lade Sie ein: Werden Sie Teil einer starken Gemeinschaft, die ein wichtiges Zeichen für den Klimaschutz setzt. Werden Sie Teil „unserer“ Fahrradfamilie.“
Das Wichtigste zum Stadtradeln
Teilnehmende können sich für den Landkreis oder eine der unter dem Landkreis eigenständig gemeldeten Kommunen Wendelstein, Roth, Büchenbach und Spalt anmelden.
Gründen Sie gerne ein eigenes Team ihrer Wahl und trommeln ein paar Mitglieder zusammen. Denkbar sind alle Konstellationen z.B. Familie, Kollegen, Stammtischrunde oder Kindergartengruppe. Wer möchte, kann aber auch einem bereits vorhandenen Team oder dem „offenen Team“ der jeweiligen Kommune beitreten. Die gefahrenen Kilometer können Sie manuell eintragen oder via App tracken. Und dann geht's los auf den Drahtesel!
Die Registrierung erfolgt über untenstehenden Link.
Weiterführender Link (extern)
Motivation und Vorbild auf zwei Rädern
Dass das Fahrrad weit mehr ist als nur ein Fortbewegungsmittel, zeigen zwei Teilnehmer aus dem Landkreis eindrucksvoll. Die beiden ‚Originale‘ stehen in ganz besonderer Weise für das Radfahren.
Allen voran Jürgen Wörnlein, dessen Lebensweg ihn zu einem wirklichen Botschafter für das Radeln macht. Ihn hat das Radfahren bereits sein ganzes Leben bei sämtlichen Höhen und Tiefen begleitet und dabei gesundheitlich wie mental gestärkt.
Aber ausgerechnet beim Ausüben seiner großen Leidenschaft passierte auch sein großer Schicksalsschlag. Am 20. August 2003 war er schlicht zur falschen Zeit am falschen Ort und dem Tod näher als dem Leben. Es ging damals den Kiliansdorfer Berg hinunter und plötzlich stand ein Auto quer vor ihm auf dem Radweg, wohl in einem Wendevorgang. Die Folge: 42 Knochenbrüche, Schädelhirntrauma, Herzstillstand… Ein sehr langer Leidensweg begann. Dennoch oder auch gerade in dieser Phase war für ihn weiterhin das Radfahren eine ganz große Stütze.
Nach rund 20 Jahre langem Warten erhielt Jürgen Wörnlein im September 2023 ein Spenderherz – und saß tatsächlich bereits kurze Zeit später wieder auf dem Fahrrad. Diesmal als Team mit seinem „Herzgeschenk“.
Auf die Frage, warum ihm das Radfahren so wichtig war und geblieben ist, sprudeln die Argumente: Es hält fit, schafft Ausgleich und bietet ihm immer wieder besondere Naturerlebnisse „in unserer wunderschönen Heimat“. Nach kurzer Pause: „Radeln ist einfach eine Auszeit für den Kopf“, sagt er und er muss es wissen. Ebenso wichtig sei für ihn die Gemeinschaft, die er durch das Radfahren stets erlebt hat. „Die unvergesslichen Erlebnisse als Team bei Touren und auch bei ehrenamtlichen Einsätzen beim Triathlon – das verbindet.“ Ganz nebenbei tue man außerdem etwas für die Umwelt und spare dabei auch noch richtig viel Geld.
Jürgen Wörnleins Antrieb? Er möchte Motivator und Botschafter sein für das Radeln und die Organspende gleichermaßen.
Besonders wichtig ist ihm, auch andere zu ermutigen, selbst aktiv zu werden. Große sportliche Ziele seien dafür gar nicht nötig. „Man muss nicht gleich lange Touren fahren – oft reicht es schon, kurze Strecken im Alltag mit dem Rad zu erledigen“, so sein Tipp. Egal in welchem Alter. „Man merkt einfach, wie gut es einem tut – körperlich und auch im Kopf“.
Genau hier setzt auch das STADTRADELN an: Mitmachen kann jede und jeder, unabhängig von Fitnesslevel oder Vorerfahrung. Ziel ist es, das Fahrrad stärker in den Alltag zu integrieren und so einen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten – ganz nebenbei profitieren auch die eigene Gesundheit und der Geldbeutel.
Fahrradmuseum als Ziel für eine Radtour durch den Landkreis
Ein Erlebnis für die ganze Familie und ein lohnendes Ziel für eine schöne Radtour ist zweifelsfrei das Fahrradmuseum Pflugsmühle. Das „Museum der Drahtesel“ betreibt der selbsternannte „Radsherr“ Helmut Walter, ein weiterer besonderer Botschafter für das Radfahren aus dem Landkreis. Seit 2007 widmet er sich dort mit großer Leidenschaft der Fahrradgeschichte. Eine beeindruckende Sammlung lässt in die Technik, Konstruktion und Entwicklung von zweihundert Jahren Fahrradgeschichte eintauchen.
Auch lustige Kuriositäten wie das Cavallo-Reitrad von Hercules gibt es zu sehen, das man am 13. Juni sogar vor Ort ausprobieren kann. Am 14. Juni sorgt dann das Cavallo-Reitrad-Treffen für ein spaßiges Vergnügen, sicher sowohl für Zuschauer, als auch für Teilnehmer. Das Museum ist an diesen beiden Tagen geöffnet.
Frau Lang
stv. Sachgebietsleiterin