„Glatte Einser“ für Stollen, Lebkuchen und Co.

Der Landkreisstand auf der Consumenta war wieder Schauplatz der weihnachtlichen Backwarenprüfung – mit überwältigenden Ergebnissen
Stand: 06.11.2026

„Göttlich….!“ Nur leider ist dieses allerhöchste Lob einer Passantin nicht auf der Skala zu finden, die Manfred Stiefel zur Verfügung steht. Der Fachmann muss sich auf die Prädikate „sehr gut“ und „gut“ beschränken, was ihm bei der Stollenprüfung der Bäcker-Innung Mittelfranken Süd allerdings nicht allzu schwergefallen ist. Zumal auch er Worte abseits der offiziellen Verlautbarungen fand.

„Ein tolles Ergebnis“, bescheinigte Brotprüfer Manfred Stiefel der Innung sowie den teilnehmenden neun Betrieben. Zum dritten Mal fand die Stollenprüfung am Gemeinschaftsstand des Landkreises auf der Consumenta statt – und wurde zum dritten Mal zum Blickfang. Dass viele Besucher nicht nur zugriffen und probierten, sondern auch nachfragten, war für die Bäcker – neben Manfred Stiefel Michael Messer, Innungsobermeister Gerhard Paul und Georg Struller – ein sprichwörtliches Zuckerl. „Es hat mir viel Freude gemacht“, gab Manfred Stiefel gerne zu.

Dabei hatte der Prüfer gut zu tun. 35 Produkte - Stollen, Lebkuchen, Plätzchen oder auch Pralinen – hatte er auf dem Tisch. 34 von ihnen wurden prämiert, „eine stolze Quote“ sollte Landrat Ben Schwarz später dazu sagen. Manfred Stiefel stellte zudem die Zahl von 25 Mal sehr gut heraus. Zumal schon Kleinigkeiten zu einer Abstufung führen könnten, „sogar solche, die der Verbraucher gar nicht bemerken würde“. Die Zuckerverteilung könnte so etwas sein, erklärte der Sachverständige des Deutschen Brotinstituts und Sommelier.

Die Menge von 35 Proben sei für einen alleine noch gut bewältigbar, berichtete Stiefel. Der Christstollen war am häufigsten vertreten war, weil aber jeder Bäcker seine eigenen Zutaten und Rezepte hat, schmecken sie doch unterschiedlich (gut). Neben dem Klassiker schickten die Bäcker und Konditoren unterschiedlichste Alternativen ein. Nuss-, Quark-, Schoko-, Lebkuchen-, Pistazien-. „Schlemmer-“ oder Bierstollen und sogar mit (Schwabacher) Gold-Zugabe.

Dazu gab es Zimtsterne, die „wie gemalt“ sind, Früchtebrot, das „auf der Zunge zergeht“ oder Lebkuchen, deren Anblick einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Auch Stefan Forster von der Kreisentwicklung zeigte sich einmal mehr von dem Format sehr angetan. Dieses passe gut zur Strategie, die Stärke heimischer Produkte und den Wert regionaler Erzeugung herauszustreichen. Es habe Freude gemacht, die Interaktion der Messebesucher und der Bäcker zu erleben.

„Das Handwerk und dessen Qualität sind etwas ganz Entscheidendes“, stellte Landrat Ben Schwarz bei der Prämierung fest. Er nutzte die Siegerehrung für eine kleine Talkrunde und fühlte unter anderem der Familie Menzel auf den Zahn, die in Spalt mittlerweile in der 13. Generation eine Bäckerei betreiben und sich über fünf Mal „sehr gut“ freuen durfte. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Reinhard Siegert bescheinigte den Teilnehmern, „richtig gut abgeliefert“ zu haben und gratulierte zu den Resultaten. An die Besucher gewandt warb er: „Kommt und kauft da, wo es von Meisterhand gemacht ist.“

Der Büchenbacher Gerhard Paul war in doppelter Mission am Messestand. Als Teilnehmer (mit acht, natürlich prämierten) Produkten und zudem als Innungsobermeister. Als dieser dankte er dem Landkreis für die gute Zusammenarbeit und die Bühne. Stollen sei eine der ältesten Backwaren, seine Herstellung Tradition und Verpflichtung zugleich. „Wir können nur über die Qualität gehen“, sagte er mit Blick auf den Konkurrenzkampf mit dem Supermarkt. „Genau die bieten wir.“

Gerd Distler, Bäcker aus Schwabach, griff diese Aussage auf. Was nutze einem denn der halbe Preis, wenn das Brot nach zwei Tagen hart sei. „Handwerkskunst beinhaltet Haltbarkeit“, betonte der für alle seine vier eingereichten Produkte prämierte Bäcker. Der hatte noch einen weiteren Punkt: „Wir verarbeiten regionale Zutaten mit viel Liebe.“

Das griff Landrat Schwarz gerne auf. Eine frische Bäckersemmel zum Frühstück sei nichts weniger als ein Stück Lebensqualität. Er wünschte sich, dass die Menschen das schätzen wie auch die Vielfalt, die das heimische Lebensmittelhandwerk biete. „Einfach probieren“, fasste er zusammen.

Teilgenommen haben: Die Bäckerei Auernheimer (Café Grimm), die Bäckerei Distler, die Bäckerei Kleeberger, die Bäckerei/Konditorei Menzel, die Bäckerei Paul, die Bäckerei Specht, die Bäckerei Sproßmann, Andreas Enßer mit dem Café am Rathaus sowie Alfred Götz (Feine Schleckerei).

Original regional im Landkreis Roth