
Weils Leben ned Woschd is...
…und auch nicht „Weggla“: Landkreis präsentiert eine seiner beliebtesten Broschüren in dritter Auflage mit neuen Highlights
Stand: 30.08.2026
Kein Regisseur von Rang hätte diesen Termin besser inszenieren können. Der Fleischer-Innungsobermeistermeister Willy Böbel schiebt sich ein Stückchen Käse-Schmand-Kuchen mit Frucht-Krönung in den Mund, was ihm ein spontanes „Uuuuuh, lecker!“ entlockt. Arbeitstitel Metzger trifft Bäcker, im Landkreis bekannt unter „Woschd & Weggla“ und zugleich eine beliebte Broschüre. Die musste nun neu aufgelegt werden, weil sie - man ahnt das Wortspiel - „weg ging wie die warmen Semmeln“.
Dass Christian Karl Käsbatzinger dies als „Konter“ zu Metzger Böbel sagt, sorgte zunächst für Unterhaltung – schließlich ist er Bäcker- und Konditormeister – und muss es wissen, schließlich wird er in „seinem“ Hilpoltststeiner Café Grimm immer wieder auf „W & W“, aber auch andere Landkreis-Publikationen angesprochen. Eine Meinung „von der Basis“, über die sich Landrat Ben Schwarz freut. Schließlich wolle man Broschüren herausbringen, die „draußen“ ankommen.
„Tut sie“, bekräftigen die beiden Innungs-Obermeister Gerhard Paul (Bäcker) und Willy Böbel ungefragt zur Präsentation ihrer Zünfte von Rohr bis Greding in Buchform. „Hochwertig und optisch sehr ansprechend“. Vor allem die persönlichen Geschichten und Fotos treffen (wieder) auf Begeisterung. Der Mann hinter der Kamera, David Harfiel, setzt die Menschen allesamt sehr sympathisch und authentisch in Szene. „Der Broschüre gelingt es auf ganz spezielle Art, unsere Besonderheiten herauszuarbeiten“, sagt Landrat Ben Schwarz, der das Geheft als „schlicht und dennoch mit viel Ausstrahlung“ beschreibt.
Was ihm auf den 100 Seiten neben Haptik und Aufbereitung besonders gefällt: „Jede Seite zeugt von der Leidenschaft, mit der hier Handwerk gelebt wird.“ Dazu passe das Café Grimm als Kulisse für die Vorstellung des weiß-roten Gehefts nur allzu gut. „Denn die ist hier absolut spürbar.“ Das Ehepaar übernahm vor knapp drei Jahren das Hilpoltsteiner Café Grimm. „Respekt für diesen Mut“, attestierte Landrat Schwarz.
Für ihn ist die Broschüre zudem ein Spiegel in Sachen Wertschätzung: Die wolle der Landkreis den Betrieben entgegenbringen, sie solle aber auch dazu beitragen, beim Verbraucher selbige zu erzeugen oder zu stärken. „Es wäre schön, wenn Bilder und Beiträge zu einem ,Da fahr‘ ich mal hin‘ animieren würden“, sagt Schwarz.
Um all das zu erreichen, hat sich die Kreisentwicklung unter dem Projektverantwortlichen Sebastian Wolkersdorfer mächtig ins Zeug gelegt und eine Menge Zeit in die Neuauflage investiert. Sonderseiten zu Brot, Presssack, Getreidemühlen oder Tierrassen werten das DIN A 5 große querformatige Heft zusätzlich auf. Als Ergänzung wurden vier Videos gedreht, die – ebenso mit besonderem Blick – viel über Produktion, Philosophie, aber auch Aufwand und Herzblut verraten (aufgerufen werden können sie über den You Tube Kanal des Landkreises).
Der Idee, genau die Frauen und Männer in den Fokus zu rücken, die meist schon frühmorgens auf den Beinen sind, um „für uns alle“ beste Produkte herzustellen, ist die dritte Auflage von „W & W“ treu geblieben. Die 36 Bäcker und Metzger erzählen von sich, ihren Idealen und stellen auch ihre Spezialitäten selbst vor. Zudem sind sie im Landkreis fest verwurzelt, haben ihren Sitz hier – eine Voraussetzung, um überhaupt Teil des Ganzen zu werden. Die Broschüre ist als Statement gedacht für die regionalen Bäcker und Metzger und möchte das Handwerk in den Mittelpunkt rücken. Beim Durchblättern zeigt sich die enorme Vielfalt an Spezialitäten, die unser Lebensmittelhandwerk zu bieten hat.
„Woschd & Weggla soll die Einzigartigkeit der Handwerker und der Betriebe sicht- und erlebbar machen“, verdeutlichte Stefan Forster, Leiter der Kreisentwicklung. Wenn auch die Teilnehmerzahl wegen Geschäftsaufgaben (die etwas mehr waren als neue Betriebe hinzugekommen sind) leicht zurückgegangen ist, „haben wir im Landkreis immer noch eine unglaubliche Vielfalt“, streicht er heraus. Nicht zuletzt, weil es „Anpacker“ wie Cornelia und Christian Käsbatzinger gäbe.
„Wir haben tolle Menschen und tolle Produkte“, betont er mit Hinweis darauf, dass kurze Wege von Anbau bis Verarbeitung zum Verkauf „das Beste sind, was man erreichen kann“. Vor allem, wenn es Kunden gibt, die das honorieren. Etwas, das im Fall der neuen Pächter des „Café Grimm“ zutrifft. Zumal sich Christian Karl Käsbatzinger auch „als der Mann mit dem Schnittlauchbrot“ einen Wiedererkennungswert geschaffen hat.
Aufklärung, bitte. Die Grundschule Hilpoltstein verkauft seit Jahren an einem Aktionstag besagte Kombi aus kross und grün zu Gunsten der Landkreis-Spendenaktion Jeder Bürger ein Euro. Das Brot dafür steuert/e die Familie Käsbatzinger bei.
So wenig wie möglich, so gut wie möglich, beschreibt der Familienvater, Bäcker und Konditor seine Brot-Philosophie, die neben Handwerk die Siegel „biologisch“ und regionale Herkunft trägt. Der Einzelkämpfer in der Backstube reichert sein in Eysölden erlerntes Können mit südtiroler Einflüssen und „Spezialitätentransfer“ aus der Schweiz (zwei seiner beruflichen Stationen) an. Am Ende aber – und da könnte der Ball zurück an Willy Böbel gehen – zählt der Geschmack. Womit wir wieder bei „uuuuh, lecker“ wären…
Gut zu wissen: Die Broschüre liegt bereits bei einigen Bäckern, Metzgern und Original regional- Partnern auf und wird nach und nach weiter verteilt.
Untenstehend kann unsere Neuauflage als PDF heruntergeladen werden.
Bestellt werden kann sie zudem bei der Kreisentwicklung im Landratsamt. Dort gibt es auch Informationen zu den Themen bio, fair und Direktvermarktung.