
Zuhause Daheim
Landkreis beteiligt sich mit zahlreichen Veranstaltungen an bayernweiter Aktionswoche
Stand: 26.04.2026
Zum Auftakt informiert die Feuerwehr
. Christian Mederer ist überzeugt: Diese Alltagshelfer können Leben retten. Weil der Herdwächter verhindert, dass die nicht abgeschaltete Platte einen Brand verursacht. Oder ein unter dem Kopfkissen vibrierender Rauchmelder auch Hörgeschädigte im Ernstfall warnt. Deswegen war es für den obersten Feuerwehrmann im Landkreis auch keine Frage, sich aktiv in die Aktionswochen „Zuhause daheim“ einzubringen. Wie das genau aussieht, hat er vorab verraten.
Angst, dass er dann an seinem Einsatztag alleine in der Musterwohnung Tabea stehen könnte, hat er nicht. Er hofft im Gegenteil auf den umgekehrten Effekt und darauf, möglichst viele Menschen für Rauchmelder, Feuerlöscher und Co. zu sensibilisieren. Sei es durch die drei Führungen, die er anbietet, oder nur mit dem Hinweis, dass es so etwas wie Herdwächter überhaupt gibt. „Wenn wir so nur einen Brand verhindern können, hat sich alles gelohnt.“
Was vielen nicht bewusst sei: Etwa jeder zweite Wohnungsbrand geht von der Küche aus, ältere Menschen tragen dabei ein höheres Risiko. Das ist auch der Hintergrund, vor dem Kerstin Gräf und Carmen Fuhrmann von Seiten des Landratsamts in diese Richtung aktiv geworden sind. „Sicherheit in den eigenen vier Wänden ist ein Riesenthema“, veranschaulicht Sachgebietsleiterin Gräf. Deswegen hat der Landkreis dieses Thema in diesem Jahr in den Mittelpunkt gestellt, deswegen folgen weitere Aktionen mit Rettungsdienst und Polizei.
Christian Mederer weiß, wie eng das Alles zusammenhängt. Wenn etwa der Fluchtweg versperrt ist, weil der Flur voll steht. „Stolperfrei zur Haustür zu gelangen, kann Leben retten“, führt er vor Augen. Ein dritter Schwerpunkt am 4. Mai werden Feuerlöscher sein. „Noch immer hätten viele Leute Scheu, ihn anzuwenden. Deswegen wird die Rother Wehr im Freien Anleitungen geben und zum Ausprobieren anregen. Ansprechen möchte Mederer auch das Thema Akku(s), eine ebenso unterschätzte Gefahr, Stichwort Selbstentzündung. Abhilfe kann eine spezielle, feuersichere Box sein. Auch sie soll exemplarisch gezeigt werden.
Während der Kreisbrandrat kraft Amtes „alle“ im Blick hat, richtet sich der Fokus von Kerstin Gräf und Carmen Fuhrmann vor allem auf die Generation 60 plus und Menschen mit Einschränkungen. Wer etwa nicht höre, dem helfe ein akustischer Alarm wenig. Dafür gäbe es optische Signale, wie grelle Blinklichter. „Nur leider sind die meisten dieser technischen Helferlein nicht bekannt“, wissen die Expertinnen aus zahlreichen Gesprächen und Beratungen. Immer wieder hätten sie es mit Angehörigen zu tun, die sich um die Sicherheit ihrer oft alleinlebenden Eltern oder Verwandten sorgen. „Die Überraschung ist vielfach groß, wenn wir ihnen zeigen, was es alles gibt.“
Ein Satz, der im Übrigen auf viele Alltagshelfer zutrifft, die in der Tabea ausliegen und gezeigt werden. Spezielles Besteck für an Parkinson Erkrankte, Anti-Rutsch-Produkte für Bad und Küche oder eben besagter „Herdwächter“, der im Übrigen (wie andere Hilfsmittel auch) von einigen Krankenkassen bezahlt wird.
Das kleine Kästchen – üblicherweise an der Unterseite des Dunstabzugs angebracht – registriert über einen Thermosensor gefährliche Hitzeentwicklungen oder Rauch und schaltet den Herd automatisch ab. „Ein absoluter Mehrwert“, sind Gräf, Fuhrmann und Mederer überzeugt. Und selbst, wenn die Kasse nicht einspringt: „Der Herdwächter ist allemal billiger als ein Brand mit seinen Nachwirkungen, von der eigenen Gesundheit oder der seiner Liebsten ganz zu schweigen.“
Die Musterwohnung Tabea bietet sich aus einem anderen Grund noch als Veranstaltungsort für den Feuerwehr-Aktionstag an. „Hier können wir beispielsweise auch einen Hausnotruf testen oder uns Zeit nehmen und uns über Themen, wie Vorsorge im Ernstfall, austauschen. Notfallordner oder -dose können echte Helfer sein“, erläutert Carmen Fuhrmann, die als Wohnraumberaterin regelmäßig Führungen anbietet – gezielt auch in den Aktionswochen. Für die haben die Organisatorinnen von „Für einander“ – Ehrenamt & Senioren zwei weitere Schwerpunkte organisiert: Rettungsdienst und Polizei. Ergänzt wird das Angebot mit einem Aktionstag zum Thema „Fit und gesund im Alter daheim“.
Alles miteinander Bausteine, um in den heimischen vier Wänden sicherer zu sein, sich sicher(er) zu fühlen und länger oder bis ans Lebensende zuhause bleiben zu können. „Denn das wünschen sich fast alle“, berichtet das Duo Gräf/Fuhrmann. Mit der Beteiligung an den Aktionswochen möchten sie genau dazu einen Beitrag leisten.
Gut zu wissen: Die Aktionswochen „Zuhause daheim“ finden vom 4. bis 24. Mai statt. Die Termine im Überblick: Montag, 4. Mai, 9 bis 13 Uhr: Rundum sicher - Aktionstag mit der Feuerwehr. Führungen um 9.30, 10.30 und 11.30 Uhr; Donnerstag, 7. Mai, 9 bis 13 Uhr: Fit und gesund im Alter daheim, Aktionstag mit dem Gesundheitsamt und Pflegestützpunkt; Samstag, 9. Mai, 10.15 bis 10.45 Uhr: Online- Kurzführung durch die barrierefreie Musterwohnung TABEA (Zugangsdaten werden nach Anmeldung versandt); Montag, 18. Mai 2026, 9 bis 13 Uhr: Rundum sicher - Aktionstag mit dem Rettungsdienst. Führungen um 9.30 und 11.30 Uhr; Donnerstag, 21. Mai, 9 bis 13 Uhr: Rundum sicher - Aktionstag mit der Polizei. Vortrag von 10 bis 11.30 Uhr.
Außer für den Termin am 7. Mai, „Fit und gesund im Alter daheim“, ist eine Anmeldung per Mail erforderlich. Veranstaltungsort ist die barrierefreie Musterwohnung TABEA, Gartenstraße 30 a, in Roth.
Musterwohnung TABEA
TABEA ist eine Abkürzung und steht für Technik - Alltag - Barrierefreiheit - Erleben - Für Alle

In der barrierefreien Musterwohnung TABEA zeigen wir Ihnen Beispiele, wie man alters- und pflegegerecht die eigenen vier Wände umbauen und umgestalten kann. Wir beraten und unterstützen Sie bei einem erforderlichen barrierefreien Umbau der eigenen Wohnung.
Ansprechpartner:
Carmen Fuhrmann
Gerhard Kunz
Öffnungszeiten:
Donnerstag: 09:00 - 13:00 Uhr
und nach telefonischer Vereinbarung
