Medizinstudierende im Landkreis Roth

Um die gesundheitliche Versorgung im Landkreis Roth nachhaltig zu stärken, hat das Regionalmanagement gemeinsam mit der Gesundheitsregion Plus Roth-Schwabach ein neues Angebot für Medizinstudierende geschaffen. Es gibt Einblicke in medizinische Einrichtungen und zeigt, wie attraktiv Leben und Arbeiten im Landkreis Roth miteinander verbunden werden können. Ziel des Programms ist es, angehenden Ärztinnen und Ärzten praxisnahe Versorgungsstrukturen, lokale Netzwerke und innovative Modelle ärztlicher Zusammenarbeit aufzuzeigen – auch, um Hemmschwellen abzubauen.

2025 stand das Angebot unter dem Motto „Arbeitserleichterung durch Nutzung regionaler Strukturen“ und lockte sieben Medizinstudierende für ein Wochenende in den Landkreis Roth. 

Die Studierenden erfuhren hautnah, wie gute Vernetzung, Teamarbeit und moderne Versorgungsformen die tägliche Arbeit in Klinik und Praxis erleichtern. Am ersten Tag stand die Versorgung schwerstkranker Patienten und deren Begleitung am Lebensende im Fokus. In der Kreisklinik Roth wurde den Studierenden das Zusammenspiel einer hausärztlichen Versorgung, der stationären Versorgung auf der Palliativstation in Roth und der anschließenden Betreuung durch die spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV) vorgestellt. 

Der Sonntag bot praxisnahe Einblicke in die ärztliche Selbstständigkeit. In Hilpoltstein zeigten die niedergelassenen Ärzte Simone und Sebastian Weikert ihre neuen Räumlichkeiten und erläuterten Abläufe und Planungsaspekte einer modernen Praxis. Für eine frisch approbierte Ärztin lohnte sich dieser Besuch besonders: Sie wird in der Praxis Weikert hospitieren.

Anschließend ging es weiter zur Residenz Hilpoltstein, in der mit mehreren Bürgermeistern über Zukunftsmodelle ärztlicher Versorgung diskutiert wurde. Grundlage des Gesprächs bildeten aktuelle Ergebnisse der Bertelsmann-Stiftung zur Praxis- und Standortwahl von Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung. Deutlich wurde: Die nächste Generation legt besonderen Wert auf gutes Arbeitsklima (85 Prozent), räumliche Nähe zur Heimat oder zum Ausbildungsort (65 %) sowie flexible Modelle wie Teilzeit oder Anstellung (über 60 Prozent). Im Vordergrund steht der Wunsch nach Teamarbeit, Vereinbarkeit von Beruf und Familie und modernen Praxisstrukturen mit digitaler Unterstützung. Als Hemmnisse für eine Niederlassung werden die wirtschaftlichen Risiken, die hohe Bürokratie und die Personalverantwortung als Belastung beim Berufseinstieg empfunden. 

In der Diskussion wurde auch deutlich, dass Städte und Gemeinden dazu beitragen können, Mediziner für den ländlichen Raum zu gewinnen – etwa durch kostenfreien Wohnraum für Famulanten, moderne Infrastruktur und persönliche Kontaktvermittlung zu den bereits in der Region tätigen Ärztinnen und Ärzten. Zudem rückte die Kreisklinik in den Fokus, die für große Stabilität für die Gesundheitliche Versorgung in der Region sorgt und zugleich gerade für den Einstieg von jungen Medizinerinnen und Medizinern, welche sich noch nicht für eine Tätigkeit in einer Praxis entscheiden können, gute Arbeitsplätze bietet.

Am Ende stand die Erkenntnis, dass gegenseitiges Verständnis der Schlüssel ist: Studierende wünschen sich Wertschätzung, planbare Arbeitszeiten und klare Perspektiven – Gemeinden können mit regionaler Offenheit, Vernetzung und Unterstützung entscheidend dazu beitragen, dass sich junge Ärztinnen und Ärzte für eine Weiterbildung zum Allgemeinmediziner im ländlichen Raum entscheiden.

Auf die erfolgreiche erste Veranstaltung ist eine Weitere im Herbst 2026 geplant. 

Dokument zum Download

Mehr zum Thema

Gesundheit_1

Ärztliche Versorgung

Gesundheitsregion plus – informieren, beraten, unterstützen

Frau Roder